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Geschichte Frauenfußball
Saison 1919/20 Saison 1920/21 Saison 1921/22 Teil 1

Zwischen Anerkennung und Verbot – die Jahre des Aufbruchs 1919 bis 1923

Der 1. Weltkrieg wurde also unfreiwillig zum Geburtshelfer des Frauenfußballs in Europa, wie generell der Frauenrechte überhaupt. Und auch in Skandinavien tat sich diesbezüglich etwas – 1918 gab es auch hier die Premiere für den Frauenfußball mit einem Spiel zwischen

Aufnahme vom ersten Frauenfußballspiel in Schweden 1918

In England und Frankreich (wo die Mademoiselles Borgela und Delapierre die Ehre hatten die ersten beiden Torschützinnen in einem Fußballmeisterschaftsfinale der Frauen zu sein) rollte der Ball schon wesentlich professioneller. Die Leere, welche sich in England durch das Ende der „Munitionettes“-Spiele und Bewerbe aufgetan hatte wurde rasch durch sogenannte „Charity-Matches“, also Spiele für wohltätige Zwecke aufgefüllt, deren Erlöse an die tausenden von Kriegsversehrten gingen. In Frankreich wurde weiterhin die Landesmeisterschaft ausgetragen und mit der Pariser Meisterschaft noch ein zusätzlicher Wettbewerb ausgetragen.

Saison 1919 / 20

In England gab es in dieser Saison zwei Zentren des Frauenfußballs: Zum einen im Norden die Dick Kerr’s Ladies, welche in dieser Saison so richtig ins Laufen kamen und zum anderen im Süden Englands die Städte Plymouth, Bath und London.

Lily Parr – die wohl beste Fußballerin aller Zeiten.

Die Dick Kerr’s Ladies begannen in dieser Saison nicht nur landauf, landab tausende von Pfund für wohltätige Zwecke einzuspielen, sie hatten sogar die Ehre als inoffizielle Nationalmannschaft Englands gegen eine französische Auswahl anzutreten. Dick Kerr’s Start in das Jahr 1920 begann mit zwei Niederlagen gegen Liverpool und Wigan (0:2 und 0:1), jedoch wurden drei Spielerinnen unter Vertrag genommen, die wohl zu den stärksten Spielerinnen weltweit der damaligen Zeit gezählt haben dürften (Alice Woods und Florie Redford) und die wohl beste Fußballerin aller Zeiten – Lily Parr, welche mit nur 14 Jahren zu Dick Kerr’s kam und bereits in ihrer ersten Saison 43 Tore erzielte. Lily Parr spielte nahezu 32 Jahre für die Dick Kerr’s Ladies und hat wohl knapp 800 Tore in dieser Zeit erziet. Eine Anekdote berichtet, dass die 1,80m große Lily von einem Profifußballer in Lancashire aufgefordert wurde, gegen ihn einen Torversuch zu unternehmen, wobei er davon ausging, dass eine Frau keine echte Herausforderung für ihn als Mann sein würde. Sie schoss den Ball allerdings so scharf, dass er seinen Freunden nur folgende Worte mitteilen konnte „Verdammt, diese Schmerzen – bringt mich schnell zum Krankenhaus, sie hat meinen verdammten Arm gebrochen“. Ihre überlegene Physis, ihre Ballkontrolle und ihr Spielverständnis machten Lily Parr in den Augen ihrer Zeitgenossen zu einer der besten Fußballer beiderlei Geschlechts. 1978 starb sie an Krebs. (Newsham 1994)

Die Lyons Ladies in Action


Im Süden Englands gab es mit den Lyons Ladies eine Frauschaft der Cafehauskette „Corner House“ welche es durch zahlreiche gute Spiele vermochte zu einer viel beachteten Equippe zu werden
Mit den Bath Ladies und Plymouth schließlich etablierten sich weitere Zentren des Frauen- fußballs in England, wo es bald an die 150 Teams gab. (Williamson 1991)

Femina vs. Academia als Titelaufmacher des Le Miroir 1920.


In Frankreich rollte der Ball wieder zum Behufe der Meisterschaft. Die zweite Auflage der „Championnat du France“ fand in einer Mini-Liga statt und war zugleich die Pariser Meisterschaft. Neu hinzugekommen war Academia de Paris. Nachdem jedes Teams je vier Spiele ausgetragen hatte, standen En Avant de Paris und Femina Sport de Paris punktgleich an der Spitze. Am 21.3.1920 kam es folglich zum Entscheidungsspiel. En Avant erzielte bereits nach fünf Minuten das 1:0 und trotzdem Femina die restliche Spielzeit dominierte änderte sich am Resultat nichts. En Avant hatte die zweite Auflage der französischen Meisterschaft des Verbandes FSFSF gewonnen. Parallel zu Meisterschaft wurde zwischen den Equipes von Femina Sport A und B, En Avant und Ecole Haut Enseigment Commercia der „Coupe de l’Encouragement“ ausgespielt. En Avant gewann.

Das französische Auswahlteam 1920

Ende April fuhr dann eine französische Auswahl für vier Spiele nach England. Alle Spiele wurden gegen die Dick Kerr’s Ladies aus- getragen. Zunächst ging es vor 25.000 Zuschauern im Prestoner Deepdale am 30.4. zur Sache, dabei gewannen die Dick Kerr’s mit 2:0 durch Tore von Florie Redford und Jennie Harris, zwei Tage später gab es vor 15.000 Zuschauern in Stockport für Frankreich eine 2:5 Niederlage, bei der unter anderem Redford (2), Walmsley und Woods für Dick Kerr’s sowie Laloz und Braquemond für Frankreich trafen. In Manchester sahen 12.000 Zuschauer an der Hyde Road ein Unentschieden und schließlich gewannen die Französinnen wenigstens ein Spiel mit 2:1 zum Abschluss am 6.5. an der altehrwürdigen Stamford Bridge (Chelsea)vor 10.000 Besuchern in London. Gerade das letzte Spiel fand bei den Zuschauern eine ausgesprochen positive Resonanz, gerade was die spielerischen Fähigkeiten betraf. Auch die Wochenschau brachte einen Bericht vom Spiel. Fußball, so schien es, war nun auch in seiner weiblichen Form akzeptiert. (Brennan 2010, Newsham 1994)

Saison 1920 / 21

Plakat zum zweiten Spiel in Frankreich

Die neue Saison sah die Dick, Kerr’s Ladies auf dem Weg zum absoluten Zenit. Zunächst folgte eine Tour durch Frankreich, als Erwiderung der Tournee des französischen Frauennationalteams durch England in der vergangenen Saison. Am 31.10.1920 ging es im Pershing Stadion von Paris zum Auftaktmatch, welches vor 22.000 Zuschauern mit einem 1:1 endete. Laloz traf nach 25 Minuten zum 1:0 für Frankreich, der Ausgleich wurde von Minnie Lyons erzielt. Trotz drückender Überlegenheit der Dick Kerr’s blieb es bis zum Schluss beim Unentschieden. Das Spiel wurde vier Minuten vor dem Ende abgebrochen, als die Zuschauer aus Protest gegen eine Eckball-Entscheidung für die Engländerinnen das Spielfeld stürmten. Unter den Zuschauern befanden sich auch viele Briten, welche das Team offensichtlich gut kannten. Zwei Tage später stand in Roubaix das zweite Spiel auf dem Programm. Vor 16.000 Zuschauern wurden die Preston-Girls ihrem Ruf gerecht. Florrie Redford erzielte zunächst in der zweiten Halbzeit das 1:0, um dann noch zehn Minuten vor Schluss per Strafstoß das 2:0 zu erzielen. Im ganzen Stadion schwenkten die begeisterten Zuseher den „Union Jack“ sowie die schwarz-weißen Clubfarben der Dick Kerr’s. Nach dem Spiel wurden die Spielerinnen vor dem Hotel von 250 englischen Soldaten empfangen, welche beim französischen Aufbauprogramm nach dem ersten Weltkrieg mithalfen. Noch zwei Spiele folgten – am 6.11. in Le Havre /Stade de la Cavee Verte vor 10.000 Zuschauern ein 6:0 und am folgenden Tag in Rouen / Stade Lilas vor 14.000 Zuschauern ein 2:0. Bei ihrer Rückkehr in Preston wurden die Damen am Bahnhof begeister empfangen.

Wieder zurück ging es sogleich gegen St. Helen’s FC aus Liverpool, die derzeit wohl größte Konkurrenz im eigenen Land. Die DK’s siegten am 20.11. vor 12.000 in Leicester im 4:0. Was dann folgte war ein auch aus heutiger Sicht kaum glaubhafter Zenit in der Zuschauergunst des Frauenfußballs. Am zweiten Weihnachtsfeiertag („Boxing Day“) kam es im Goodison Park in Liverpool (die Heimstätte des Liverpool FC) zum erneuten Aufeinandertreffen der Dick Kerr’s Ladies und St. Helen’s FC. Unglaubliche 53.000 Zuschauer drängten sich im ausverkauften Stadion; ca. 14.000 mussten zusätzlich unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen, da sie keine Karten bekommen konnten. Florrie Redford und Alice Kell (3) erzielten die Tore zum 4:0 für die Damen aus Preston

Die Henford Ladies (später Stoke Ladies) mit Leonard Bridgett, ihrem Gründer und Coach.
(Jane and Peter Bridgett)

Zu diesem Zeitpunkt war der Frauenfußball in England auf dem Höhepunkt seiner Popularität angelangt. Zu zehntausenden pilgerten die Menschen in die Stadien im ganzen Land, überall wurden neue Teams gegründet und von ihren männlichen Kollegen ernteten die Damen sehr viel Respekt. Keiner sah zu diesem Zeitpunkt Frauenfußball als netten Zeitvertreib an, sondern als dem männlichen Pendant ebenbürtig. Viele Profis unterstützten die aufstrebenden Teams beim Training oder als Referee, so zum Beispiel Harry Hampton, ein Nationalspieler aus den Midlands oder Leonard Bridgett, ehemaliger englischer Natinalspieler, der das Stoke Ladie Football Team gründete (bei dem einige seiner Töchter spielten).

Es gab selbstverständlich auch Stimmen von sogenannten Experten, welche den Frauenfußball als für den weiblichen Körper ungeeignet befanden, doch konnten sich diese Ansichten (noch) nicht durchsetzen. Ein Artikel z.B. in den Western Morning News spottete über die technischen Unzulänglichkeiten der weiblichen Teams in einem Spiel, ein empörter (männlicher!) Leser sah sich zu einer Zuschrift genötigt, in welcher er den Korrespondenten darauf verwies, dass die meisten Damen erst seit wenigen Monaten Fußball spielen und man(n) es deswegen nicht Spielen männlicher Vereine vergleichen dürfen, welche schon seit Jahren im Training sind. Vielmehr seien der Enthusiasmus und die bemerkenswerten Fortschritte der Frauen am Leder zu würdigen. Bemerkenswert ist daran nicht nur, dass es offenbar einen großen Rückhalt seitens der männlichen Bevölkerung für den Frauenfußball gab sondern auch, dass die Argumentationsmuster der Kritiker sich in den letzten 90 Jahren nicht geändert haben.

Vor dem Spiel in Coventry.

Auch im neuen Jahr verlor der Frauenfußball nichts von seiner Popularität. Allerdings war die Überlegenheit der Dick Kerr’s Ladies frappierend. Zunächst wurde eine Auswahl von Lancashire mit 17:0 besiegt und dann kam es im Old Trafford in Manchester vor knapp 35.000 Zuschauer zum ersten Aufeinander- treffen mit einer der stärksten Teams des Südens, den Bath Ladies. Am Schluss stand es 12:0 – Lily Parr (4), Florrie Redford (3), Walmsley (2), Mills (2) und Harris trafen. Am 26.2.1921 war zum vierten Mal in diesem Jahr St. Helen’s FC Liverpool der Gegner der Dick Kerr’s. Nach drei Niederlagen (1:8,0:7 und 1:2) wollten die St. Helen’s Ladies endlich gegen den Erzrivalen siegen. Vor 27.000 Zuschauern in Coventry hatten sie aber abermals keine Chance und unterlagen mit 1:8.

Huddersfield Atalanta

Schottlands Auswahl forderte als nächstes die Damen aus Preston heraus. In Glasgow und Edinburgh gab es am 1. Und 2.3.1921 zwei vernichtende 0:9 und 0:13 Niederlagen. Im Mai waren die Französinnen wieder zu Gast in England, diesmal mit einer verstärkten Mannschaft von Femina Sports Paris. Am 17.5. ging es zunächst gegen Dick Kerr’s. Lily Parr erzielte beim 5:1 in Stoke alle fünf Tore. Am nächsten Tag gewann die französische Equipe gegen Huddersfield Atalanta mit 1:0

Stoke Ladies im April 1921 (Barbara Thorley)

Schließlich wurden noch Stoke mit 3:1 und Plymouth mit 1:0 besiegt. Femina und Dick Kerr’s dürften damit die beiden stärksten Frauenteams der Welt im Jahre 1921 gewesen sein.
Stoke und Huddersfield maßen ihre Kräfte auch mit den Dick Kerr’s Ladies, doch wurden sämtliche Partien deutlich verloren. Im Juni versuchte schließ- lich noch eine walisische Auswahl die Perston Ladies herauszufordern, doch unterlagen sie in beiden Partien hoch mit 0:11 und 0:8. Florrie Redford traf im ersten Spiel alleine sieben Mal. Somit gewannen die Damen von Dick Kerr’s 58 ihrer 59 Spiele in der Saison 1920 / 21.
In Durham wurde während des Streiks in den Kohleminen ein Cup ins Leben gerufen, der den Munitionettes Cup wieder aufleben lassen sollte. Der Wearmouth District Ladies Challenge Cup im Juni, Juli und August sah im Halbfinale die Partie Silkesworth Ladies vs. Washington Ladies (2:1). Im August erhielten die Silksworth Ladies den Siegerpokal, wobei nicht bekannt ist, ob es überhaupt ein Finale gab.

Die Walton Cup Siegerinnen

In South Yorkshire gewannen am 7.7.1921 die Bentley Ladies mit 5:1 gegen die Paynethorpe Ladies und damit den Walton Cup.
Schließlich lebte der Fußball in Northumber- land auf und sah eine Renaissance der Blyth Spartans für einige Wohltätigkeitsspiele. Auch wenn die Damen um Bella Reay kaum etwas von ihrer spielerischen Klasse verloren hatten erwies es sich doch, dass mit der jungen Frauschaft der Barrington Ladies eine ebenbürtige Konkurrenz erwachsen war, welche rund um die fantastische Lilian Ritchie nahezu alle Spiele der Saison gewannen.

Barrington Ladies (Evan Martin)

In Schottland und Wales gab es zwar Frauen- fußball, doch auf einem noch relativ beschei- denen Niveau.
In Frankreich schließlich ging der Meisterschafts- betrieb in seine dritte Saison. Zunächst wurde die Meisterschaft von Paris ausgespielt. Die zweite Auflage sah neben En Avant und Femina Sport die Teams von Ruche Sportive Femine und Sportives. Das Finale gewann En Avant gegen Femina mit 1:0. Die französische Meisterschaft sah am 17.4.1921 zu ersten Mal ein Spiel zwischen einer Equipe aus der Hauptstadt und einer aus der Provinz. En Avant besiegte Sportives de Reims (welche erst im Januar gegründet wurden) mit 3:0. Schließlich gab es die zweite Auflage des „Coupe de l’Encouragement“, der in dieser Saison zwischen den ersten und zweiten Teams von Femina Sport und En Avant ausgespielt wurden und von Femina Sport A gegen En Avant A gewonnen wurde.
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Saison 1921 / 22 (Teil 1)

St. Helen’s FC

St. Helen's FC

Die neue Saison begann mit einer Serie von Spielen auf der Isle of Man zwischen Dick Kerr’s und St. Helens FC. In Ramsey (5.000 Zuschauer / 5:3), Port Erin (6.000 / 3:0) und Douglas (2.000 / 4:0) gab es drei Erfolge der Preston Ladies.

Einige Spielerinnen von Huddersfield

Und auch in der Folge ließen die Damen aus dem Norden nichts anbrennen. In Schott- land wurden im Sep- tember eine Auswahl aus Aberdeen vor 18.000 Zusehern mit 6:0, anschließend eine weite- re aus Dundee vor 8.000 Besuchern mit 6:1 besiegt. Auch das aufstrebende Team von Huddersfield war chan- cenlos und unterlag am 3.10.1921 mit 0:10.

Dumfries Ladies aus Schottland

Der Frauenfußball blühte im ganzen Land. In Schottland gab es mit Rutherglen, Glasgow, Renfrew, Dumfries, Aberdeen und weiteren Orten zahlreiche Frauen- teams.
Auch Wales hatte z.B mit Llanelly und Cardiff einige Teams vorzu- weisen; nicht zu ver- gessen Nordirland mit Belfast u.a.

Llanelly Women aus Wales

Im Dezember zogen für den Frauenfußball dun- kle Wolken am Himmel auf. Obwohl im Herbst ein Rückgang in den Zuschauerzahlen zu ver- zeichnen war, kamen immer noch knapp 10.000 Zuschauer zu den Spielen im Frauenfußball. Seit 1920 lag damit der Schnitt bei etwa 12.000, wobei nicht selten auch Aufmärsche jenseits der 20.000er Marke verzeich- net werden konnten. Das waren Zahlen, von denen viele Clubs im englischen Herren-Profifußball nur träumen durften, zumal es alles Freundschaftsspiele waren. Dieser Umstand wäre wohl auch als Begründung für das etwas nachlassende Interesse am Frauenfußball anzusehen, wobei, wie die Zukunft zeigen sollte, der Bereich von etwa 10.000 Zuschauern bei Spitzenspielen der Schnitt sein sollte der zu erwarten war, nachdem sich die Neugier gelegt hatte. Überhaupt hatte der Frauenfußball weiter an Reputation gewonnen. Jedoch – die FA of England und die SFA sahen sich genötigt einzugreifen. Der Druck einiger weniger konservativer Verfechter der These, Fußball sei kein Sport für Frauen und, wie später wohl nicht zu Unrecht gemutmaßt worden war, aus einer gewissen Form von Neid gegenüber den beeindruckenden Zuschauerzahlen im Frauenfußall rief die Gewaltigen des Herrenfußballs auf den Plan. Unter dem fadenscheinigen Vorwand, dass es zu finanziellen Unregelmäßigkeiten bei Frauenspielen gekommen sei (ohne dies übrigens im einzelnen konkret zu belegen), verbot die FA seinen Clubs, dass in Zukunft Frauenspiele auf den Plätzen, welche Clubs der FA gehörten, ausgetragen werden durften. Zusätzlich war es allen Mitgliedern der FA verboten Frauenspiele zu unterstützen (z.B. als Coach) bzw. Referees selbige zu leiten. Die Beschlüsse der FA im Einzelnen (5.12.1921):

Complaints having been made as to football being played by women, the council feel impelled to express their strong opinion that the game of football is quite unsuitable for females and ought not to be encouraged.

Complaints have also been made as to the conditions under which some of these matches have been arranged and played, and the appropriation of receipts to other than charitable objects.

The council are further of the opinion that an excessive proportion of the receipts are absorbed in expenses and an inadequate percentage devoted to charitable objects.

For these reasons the council request clubs belonging to the association to refuse the use of their grounds for such matches.

Auch die SFA aus Schottland fasste einen ähnlichen Beschluss, womit der Boden für jegliche fußballerische Aktivität von Frauen entzogen sein sollte.

Die Stoke Ladies als Vorreiter der ELFA

Doch es kam anders. Bereits am 10.12. trafen sich Vertreter von verschiedenen Frauen- clubs aus England in Liverpool um einen eigenen Verband zu gründen. Einige Regel- änderungen wurden beschlossen (wie z.B. kleinere Felder, leich- tere Bälle und Schutzhand) und am 17.12. in einem weiteren Meeting in Liverpool waren Vertreter von 57 Teams anwesend und wählten Leonard Bridgett zu ihrem Präsidenten. Prominentester fehlender Club waren die Dick Kerr’s Ladies, welche den neuen Verband zwar moralisch unterstützten, sich ihm jedoch nicht anschließen wollten. Die Damen aus Preston zeigten ihren Protest auf eine andere Art, indem sie am 26.12. im Ashton Park in Preston Fleetwood mit 3:1 besiegten und zahlreichen geladenen Gästen demonstrierten, dass Frauenfußball durchaus eine Sportart für Frauen ist. Eine Frauenärztin z.B. bemerkte, dass Fußball für Frauen nicht gefährlicher ist als der tägliche Abwasch. Auffällig war übrigens die mangelnde Unterstützung von Repräsentantinnen anderer Sportarten, wie etwa die siebenmalige Wimbledon-Siegerin Chambers welche sich jeglichen Kommentar enthielt. Dennoch, die English Ladies Football Association (ELFA) hat zumindest für einige Monate dem Frauenfußball eine Organisationsstruktur gegeben.
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